Bankkonto eröffnen und nutzen: Das sollten Sie wissen
Ein Zahlungskonto ermöglicht den Empfang von Lohn oder Leistungen, Mietzahlungen, Überweisungen und Kartenzahlungen. Vor der Eröffnung sollten Sie Kosten, Leistungen und Bedienungsmöglichkeiten vergleichen.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Kontoart passen kann, welche Unterlagen häufig benötigt werden, wie Sie Gebühren prüfen, Karte und Onlinebanking sicher nutzen und bei unbekannten Buchungen vorgehen.
Wichtige Informationen
Wählen Sie ein Konto nicht allein wegen der Bezeichnung „kostenlos“. Prüfen Sie Bedingungen, Kartenpreise, Kosten für Bargeldabhebungen, beleghafte Überweisungen und Zinsen bei einer Kontoüberziehung.
- Vergleichen Sie die gesamten monatlichen und jährlichen Kosten.
- Prüfen Sie Filialen, Telefonservice und digitale Bedienungsmöglichkeiten.
- Geben Sie PIN, TAN oder Passwörter niemals an andere Personen weiter.
- Kontrollieren Sie Ihre Kontobewegungen regelmäßig.
- Sperren Sie Karte und Zugang sofort bei einem Verlust oder Betrugsverdacht.
Die Bank muss Ihnen vor Vertragsabschluss eine Entgeltinformation zur Verfügung stellen. Für einen neutralen Vergleich können Sie den BaFin-Kontenvergleich verwenden.
Rechtmäßig in der Europäischen Union lebende Verbraucherinnen und Verbraucher haben grundsätzlich einen Anspruch auf ein Basiskonto, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Kontoart passt zu Ihnen?
Die geeignete Kontoart hängt davon ab, wie Sie Zahlungen empfangen, überweisen, mit Karte bezahlen, Bargeld abheben und Onlinebanking nutzen möchten.
- Ein Girokonto dient dem gewöhnlichen Zahlungsverkehr im Alltag.
- Ein Basiskonto bietet grundlegende Funktionen wie Einzahlungen, Auszahlungen, Überweisungen und Kartenzahlungen.
- Ein reines Onlinekonto hat häufig keine oder nur wenige Filialen und erfordert die Nutzung von App oder Internetseite.
- Ein Filialkonto kann bei persönlichem Unterstützungsbedarf geeignet sein, verursacht aber möglicherweise höhere Kosten.
- Ein Gemeinschaftskonto sollte nur eröffnet werden, wenn alle Beteiligten Zugriffsrechte und gemeinsame Verantwortung verstehen.
Ein Basiskonto enthält normalerweise nicht automatisch einen Dispokredit. Ein Antrag darf nur aus den gesetzlich vorgesehenen Gründen abgelehnt werden.
Prüfen Sie vor der Entscheidung Kontaktwege, Geldautomatennetz, angebotene Sprachen und die Nutzbarkeit ohne Smartphone.
Was benötigen Sie für die Kontoeröffnung?
Die Bank muss Ihre Identität überprüfen. Je nach Institut und Aufenthaltsstatus können unterschiedliche Unterlagen verlangt werden.

- Einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.
- Einen Aufenthaltstitel oder anderen Nachweis zum Aufenthaltsstatus, falls verlangt.
- Eine Meldebescheinigung oder einen Anschriftnachweis, falls verlangt.
- Die steuerliche Identifikationsnummer, wenn sie für die Kundendaten benötigt wird.
- Aktuelle Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Postanschrift.
- Den offiziellen Basiskontoantrag, wenn Sie ein Basiskonto nach dem Zahlungskontengesetz beantragen.
Die Identifizierung kann in einer Filiale, per Video oder über ein anerkanntes Identifizierungsverfahren erfolgen. Nutzen Sie ausschließlich offizielle Links und Apps der Bank.
Bezahlen Sie keine unbekannte Person für eine angeblich garantierte Kontoeröffnung. Verlangen Sie eine schriftliche Erklärung, wenn weitere Dokumente gefordert oder der Antrag abgelehnt wird.
Welche Gebühren und Leistungen sollten Sie prüfen?
Der Kontopreis besteht nicht nur aus dem monatlichen Grundentgelt. Einzelne Leistungen können die Gesamtkosten deutlich erhöhen.
- Monatliches oder jährliches Kontoführungsentgelt.
- Bedingungen für eine Kostenbefreiung, etwa ein monatlicher Mindestgeldeingang.
- Kosten für Debitkarte, Kreditkarte oder Zusatzkarten.
- Gebühren für Abhebungen an fremden Automaten oder im Ausland.
- Gebühren für beleghafte Überweisungen, Daueraufträge oder Schalterleistungen.
- Zinsen und Kosten bei Dispokredit oder geduldeter Überziehung.
- Fremdwährungsentgelte bei Zahlungen und Abhebungen.
- Kosten für Papierauszüge oder den Ersatz einer Karte.
- Mögliche Kosten bei Kontoschließung oder Kontowechsel, soweit zulässig.
Die Bank muss Ihnen vor dem Vertragsabschluss eine standardisierte Entgeltinformation bereitstellen. Bewahren Sie sie auf und vergleichen Sie sie später mit den tatsächlich berechneten Entgelten.
Wie nutzen und kontrollieren Sie Ihr Konto?
Eine regelmäßige Kontrolle hilft, falsche Gebühren, unbekannte Buchungen und einen zu niedrigen Kontostand rechtzeitig zu erkennen.
- Speichern Sie Ihre IBAN und die offiziellen Kontaktdaten der Bank sicher.
- Richten Sie für feste Zahlungen wie die Miete einen Dauerauftrag ein, wenn dies sinnvoll ist.
- Kontrollieren Sie Betrag und Empfänger vor der Bestätigung einer Überweisung.
- Lesen Sie Kontoauszüge oder Umsätze mindestens monatlich.
- Prüfen Sie Lastschriften und berechnete Bankentgelte.
- Bewahren Sie wichtige Kontoauszüge und Zahlungsnachweise zweckbezogen auf.
- Aktualisieren Sie Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse bei Änderungen.
- Informieren Sie Arbeitgeber, Behörden und Vertragspartner rechtzeitig über einen Kontowechsel.
Beim Bankwechsel können Sie die gesetzliche Kontenwechselhilfe verlangen. Kontrollieren Sie trotzdem selbst Daueraufträge, Lastschriften und erwartete Geldeingänge.
Nutzen Sie Ihr Konto nicht, um für unbekannte Personen Geld zu empfangen oder weiterzuleiten. Dies kann mit Betrug oder Geldwäsche zusammenhängen und erhebliche Folgen haben.
Was tun bei Betrug, unbekannten Buchungen oder Ablehnung eines Basiskontos?
Schnelles Handeln kann einen Schaden begrenzen. Bestätigen Sie keine Zahlung, die Sie nicht selbst veranlasst haben.
- Sperren Sie Karte oder Onlinebanking sofort bei Verlust oder Verdacht auf Datenmissbrauch.
- Kontaktieren Sie die Bank nur über offizielle Telefonnummern oder Apps.
- Ändern Sie Passwörter und prüfen Sie angemeldete Geräte.
- Dokumentieren Sie unbekannte Buchungen, Uhrzeiten und verdächtige Nachrichten.
- Öffnen Sie keine verdächtigen Links oder QR-Codes in E-Mails und Nachrichten.
- Wird ein Basiskonto abgelehnt, verlangen Sie die schriftliche Entscheidung und prüfen Sie Beschwerde- oder Verwaltungsverfahren bei der BaFin.
Die BaFin warnt vor gefälschten Nachrichten, mit denen Kriminelle PIN, TAN und Zugangsdaten erlangen wollen. Banken fordern nicht per E-Mail oder Nachricht zur vollständigen Preisgabe dieser Sicherheitsdaten auf.
Prüfen Sie Kontobewegungen regelmäßig und melden Sie nicht autorisierte Buchungen unverzüglich. Sichern Sie bei einem Straftatverdacht Beweise und erwägen Sie eine Anzeige.
Offizielle Links und weitere Informationen
Die folgenden offiziellen Quellen informieren über Basiskonten, Kontovergleiche, Bankentgelte und den Schutz von Bankdaten.
- BaFin – Basiskonto
Informationen zu Anspruch, Voraussetzungen und Vorgehen bei einer Ablehnung. - BaFin – Kontenvergleich
Neutraler Vergleich von Giro- und Basiskonten einschließlich Gebühren und Bedingungen. - BaFin – Kosten und Gebühren für Bankgeschäfte
Erläutert die vorvertragliche Entgeltinformation und wichtige Kostenarten. - BaFin – Datendiebstahl durch Phishing und Onlinebanking-Betrug
Hinweise zum Erkennen gefälschter Nachrichten und zum Schutz von PIN, TAN und Zugangsdaten.
Gebühren und Leistungen unterscheiden sich nach Institut und Kontomodell. Prüfen Sie vor der Eröffnung die aktuellen Vertragsunterlagen.
Wenden Sie sich bei Streitigkeiten zuerst an die Bank. Je nach Fall kommen Beschwerde, Schlichtung oder ein Verfahren bei der BaFin in Betracht.
Zuletzt aktualisiert: 15.07.2026
Hinweis: VietĐức.info stellt leicht verständliche Informationen zur Orientierung bereit. Die Angaben ersetzen keine Finanz- oder Rechtsberatung und keine verbindliche Auskunft der Bank oder zuständigen Stelle.
